Informationen zum Borkenkäfer und Bekämpfung

Im Bereich des AELF Münchberg haben sich die Fichtenborkenkäfer stark vermehrt. Am stärksten betroffen ist das Bayerische Vogtland, allerdings sind auch im Frankenwald und in geringerem Umfang auf dem Münchberger Sattel und im Fichtelgebirge große Schäden durch die Rindenbrüter entstanden. Die Waldbesitzer sind auch im Herbst und Winter dazu aufgerufen, ihre Fichtenwälder regelmäßig (alle 4 Wochen) zu kontrollieren und neu sichtbar werdenden Befall so schnell wie möglich aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen.


Käferbefall im Amtsgebiet im Sommer 2019
Im vergangenen Sommer profitierten die Käfer im zweiten Jahr in Folge von der extremen Trockenheit und den hohen Temperaturen. Obwohl die dritte Generation der Käfer nicht mehr ausfliegen konnte, sind erhebliche Schäden entstanden. Vor allem im August vermehrten sich die Käfer explosionsartig und die Größe der Käfernester nahm an vielen Orten innerhalb von zwei Wochen um das Drei- bis Zehnfache zu! Dies zeigt, wie wichtig es ist nach Erkennung des Befalls so schnell wie möglich zu handeln und die befallenen Stämme aus dem Wald zu bringen.
Situation im Herbst 2019
Durch die kürzer werdenden Tage und die sinkenden Temperaturen fliegen die Käfer nicht mehr aus und befallen keine neuen Bäume mehr. Die Entwicklung der Eier, Larven und Puppen schreitet ab einer Temperatur von etwa 8°C unter der Rinde weiter voran. Wenn die Käfer voll entwickelt sind und die Rinde vom Stamm abfällt, versuchen die Borkenkäfer im Boden zu überwintern. Diese Käfer können wir nicht mehr effektiv bekämpfen. Daher ist es nach wie vor wichtig, die Bäume samt Rinde so schnell wie möglich aus dem Wald zu bringen. Jeder Käfer, der es schafft in der Rinde oder im Boden zu überwintern, stellt eine erhebliche Gefahr für wieder aufflammenden Befall im kommenden Frühjahr dar.
Tipps zur Bekämpfung im Herbst
Befallene Bäume sind so schnell wie möglich zu fällen und aus dem Wald zu bringen (je weiter weg, desto besser; mindestens jedoch 500 m!). Achten sie darauf, ob in frisch abfallender Rinde Käfer sitzen. Falls ja, verbrennen sie die Rinde an einem geeigneten Ort. Das Kronen- und Astmaterial sollte möglichst vollständig als Brennholz genutzt werden (bis zu einem Durchmesser von 5 cm). Auch grünes Astmaterial sollte gehackt, verbrannt oder aus dem Wald gebracht werden.
Wir empfehlen ihnen in einem Radius von 10 Metern um befallene Fichten alle Stämme zu entnehmen. Auch augenscheinlich gesunde Fichten sind häufig von Buchdruckern befallen.
Wie sie Käferbefall im Herbst und Winter erkennen können, sehen sie in unserer Bildergalerie unten.
Für eine kostenlose Beratung stehen ihnen ihr Revierförster oder unsere Fachkraft für Borkenkäfer (Josias Erhard 0162/2655132) gerne zur Verfügung!

Fotos zur Erkennung von Borkenkäferschäden
Borkenkäfergalerie

Bedingungen zur Förderung der insektizidfreien Käferholzaufarbeitung:

  • Mindestmenge: 25 fm
  • Keine Insektizide erlaubt
  • Waldschutzwirksame Aufarbeitung:
    • 500 m zum nächsten Fichtenwald
    • Entrindung
    • Hacken

Weitere Informationen

Teilnahme an kostenlosen Informationsveranstaltungen:
Sollten sie Interesse an einem Kurs zur Früherkennung von Borkenkäferbefall haben, dann melden sie sich bitte per E-Mail unter dem Betreff "Früherkennung Borkenkäferbefall" mit ihren Kontaktdaten und Fortbildungswünschen. Wir werden dann bedarfsgerecht entsprechende Kurse anbieten.

epost-forst@aelf-mn.bayern.de

Ihr zuständiger Revierförster:

Försterfinder - STMELF Externer Link

Das Borkenkäferinfoportal:

Borkenkäferinfoportal - LWF Externer Link