Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität in Stadt und Landkreis Hof sowie im Landkreis Wunsiedel

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Aktuelles

Studierende der Landwirtschaftsschule informieren sich über Biodiversität

Personen mit Imkerhüten stehen vor Bienenkästen
Im Mittelpunkt des Schultages im Fach Naturschutz und Landschaftspflege der Landwirtschaftsschule Münchberg stand im Juli 2019 das Thema Biodiversität. Die Studierenden besuchten einen Imker in Hof, besichtigten das Blühstreifenprojekt in Unterhartmannsreuth und erhielten eine Führung durch einen zukunfts- bzw. klimaorientierten Mischwald, den Pfarrwald Münchenreuth. Die jungen Landwirtinnen und Landwirte erkannten einmal mehr, welche große Bedeutung der Biodiversität in der heutigen Land- und Forstwirtschaft zukommt.
Mehrere Personen mit Imkerhüten
Besuch beim Imker
Am Vormittag begrüßte Helmut Schmelz, Kreis- und Ortsvorsitzender der Hofer Imker, die Studierenden in seinem Garten am Rand der Stadt Hof. Der leidenschaftliche Hobbyimker vermittelte an seinem Imkereistandort praxisnah und anschaulich die Bedeutung der Honigbiene für die Produktion von pflanzlichen Erzeugnissen. Unterstützt wurde er dabei von Barbara Bartsch, staatliche Fachberaterin für Bienenzucht mit Sitz am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth.
Bedeutung der Wildbienen
Neben einer detaillierten Erläuterung der Lebenszyklen und Aufgabenverteilung in einem Honigbienenvolk erörterte die Gruppe ebenfalls Fragen zur Wildbiene. Dabei stellte Helmut Schmelz klar, dass Wildbienen im Frühling nur einen geringen Teil zur Bestäubung beitragen, da sie nicht im Volk überwintern. Trotzdem sind Wildbienen wichtig. Honigbienen fliegen vor allem Blüten mit hohen Nektarerträgen an. Wildbienen hingegen widmen sich auch Blüten mit geringeren Nektarmengen und sorgen somit für den Erhalt der Artenvielfalt. Konzentriert, jedoch routiniert, entnahm Helmut Schmelz eine mit Bienen besetzte Wabe aus dem Bienenkasten und zeigte sie den Studierenden. Als besonderen Leckerbissen durften die Studierenden Honig direkt aus der Bienenwabe naschen.
Verbund von Blühstreifen
Blühstreifenprojekt in Unterhartmannsreuth
Als nächste Station besichtigten die Studierenden das Blühstreifenprojekt in Unterhartmannsreuth. Für die Dauer von fünf Jahren stehen hier Blühflächen auf 9,63 Hektar Insekten und anderen Lebewesen als Rückzugsmöglichkeit und Nahrungsquelle zur Verfügung. Finanziell wird das Projekt vom Bayerischen Jagdverband, dem Bayerischen Naturschutzfond und dem Bund Naturschutz unterstützt. Landwirt Frank Hick, Hauptinitiator und Ansprechpartner, betonte vor allem die Wichtigkeit der Vernetzung und die Lage der Flächen. Sie sollen wie Trittbausteine in der Flur liegen und damit für eine Ausbreitung der zu fördernden Arten dienen.
Die beteiligten Landwirte Frank Hick, Johannes Kätzel, Heiko Mergner, Bernd Schmidt und Roland Schmidt haben bereits vor zwei Jahren mit dem Projekt begonnen und sind im Mai 2019 für ihr Engagement mit dem "Grünen Engel" des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz ausgezeichnet worden.
Zusammen mit Lisa Schwemmlein, AELF Münchberg, besprach die Gruppe, worauf bei der Aussaat von Blühstreifen zu achten ist. Außerdem diskutierte die Gruppe darüber, welche mechanischen und/oder chemischen Maßnahmen gegen Problempflanzen, wie etwa Disteln und Ampfer, bei Wiederinkulturnahme der Fläche angewandt werden können und in welchem Bereich deren Wirkungsgrad liegt. Infolge der Besichtigung und des Austausches mit Frank Hick gewannen die Studierenden Anregungen und Erfahrungen aus der Praxis für eigene Blühstreifenprojekte.
Revierleiter Daniel Feulner mit Studierenden der Landwirtschaftsschule Münchberg
Pfarrwald Münchenreuth
Den Rundgang durch den Pfarrwald Münchenreuth, einem Laub- und Nadelmischwald im Forstrevier Hof, begleitete Revierleiter Daniel Feulner, AELF Münchberg. Etappenweise wurden verschiedene Baumarten und Baumgruppierungen anhand ihrer Vor- und Nachteile bezüglich Klimawandel, Vermarktung, Pflegeaufwand aber auch Wuchsleistung beurteilt. Daniel Feulner sensibilisierte die Studierenden, zu pflanzende Baumarten danach zu wählen, ob sie hinsichtlich ihrer Veranlagung mit klimabedingten Stressfaktoren wie Wasserknappheit und Hitze zurechtzukommen.