Informations-Parcours zum eigenständigen Begehen
Demoversuch zum Erosions- und Gewässerschutz

Luftbild von Feldern, Wiesen und einer Ansiedlung Geobasisdaten, in der Mitte symbolische Pinnadel und Schriftzug

Geobasisdaten © Bayerische Vermessungsverwaltung

In der Gemeinde Stammbach hat Georg Bergmann, Demonstrationsbetrieb für Gewässer-, Boden- und Klimaschutz, im Rahmen des Projekts "boden:ständig" mit dem Geoteam und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen Schauversuch im Mais angelegt.

Im Herbst 2019 säte er dazu drei verschiedene abfrierende Zwischenfruchtmischungen auf der Versuchsfläche aus. Die Maisaussaat erfolgte Ende April 2020 in drei unterschiedlichen Varianten: betriebsüblich (1 x Scheibenegge, 1 x Grubber), in Direktsaat und mit intensiver Saatbettbereitung (1 x Grubber, 2 x Scheibenegge).
Ziel
Hintergrund des Versuches ist es, alternative Methoden des Maisanbaus im Hinblick auf Erosionsschutz zu erproben.

Informations-Parcours

Aufgrund der aktuellen Situation können leider keine Führungen auf der Fläche angeboten werden. Der Informations-Parcours steht einzelnen Besuchern, Familien und Kleingruppen (gemäß der im Veranstaltungszeitraum dann gültigen Allgemeinverfügung zur Corona-Pandemie) offen. Die Besucher werden gebeten, sich auf der Versuchsfläche rücksichtsvoll zu verhalten, die benachbarten landwirtschaftlichen Schläge nicht zu betreten und nichts zu beschädigen.
Bitte betreten Sie das Feld nur, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Das Mitführen von Hunden ist nicht gestattet. Der Informations-Parcours wird kostenfrei angeboten. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Alle Landwirte und weitere Interessenten aus dem Agrarbereich sind herzlich eingeladen, den Parcours zu besuchen.

Informationen zum Demoversuch Mais 2020

Demonstrationsbetrieb für Gewässer-, Boden- und Klimaschutz, Claudia Bergmann, Rieglersreuth

Lage

  • GPS-Koordinaten: 50°07'43.5"N, 11°44'04.7"E
  • Die Versuchsfläche befindet sich auf halber Strecke zwischen Fleisnitz und Tennersreuth, von Fleisnitz kommend, auf der linken Straßenseite.

Standort

  • Bodenart: sandiger Lehm
  • Anbauregion: Verwitterungsstandort Südost
  • Höhenlage: 560 m
  • Niederschlag: 705 mm
Zwischenfrucht (Großbuchstabe) Maissaat (Ziffer) Parzellenbezeichnung
Eigenmischung
45 % Senf, 45 % Ölrettich, 10 % Phacelia
betriebsüblich
1x Scheibenegge (5 cm tief)
1x Grubber (15 cm tief)
A 1
 DirektsaatA 2
 Saatbettbereitung intensiv
1x Grubber (15 cm tief)
2x Scheibenegge (5 cm tief)
A 3
„Humus pro αlpha“, Andreae Saaten
Alexandrinerklee, Perserklee Maral, Sommerwicken,
Buchweizen, Phacelia, Ramtil
betriebsüblich
1x Scheibenegge (5 cm tief)
1x Grubber (15 cm tief)
B 1
 DirektsaatB 2
 Saatbettbereitung intensiv
1x Grubber (15 cm tief)
2x Scheibenegge (5 cm tief)
B 3
"Greening Spätsaat schnell", Andreae Saaten
Alexandrinerklee, Senf, Sareptasenf, Kresse, Ramtil,
Leindotter
betriebsüblich
1x Scheibenegge (5 cm tief)
1x Grubber (15 cm tief)
C 1
 DirektsaatC 2
 Saatbettbereitung intensiv
1x Grubber (15 cm tief)
2x Scheibenegge (5 cm tief)
C 3

Zeitlicher Ablauf

13.08.2019
Pflug Gesamtfläche
15.08.2019
Michviehgülle 18 m³
19.08.2019
Aussaat Zwischenfrucht mit Sämaschine

Saatstärke:

  • Eigenmischung (45 % Senf, 45 % Ölrettich, 10 % Phacelia) (A): 21 kg/ha
  • "Humus pro alpha", Andreae Saaten (B): 19 kg/ha
  • "Greening Spätsaat schnell", Andreae Saaten (C): 15,5 kg/ha
18.04.2020
  • Milchviehgülle 45 m³ + 1 dt 18/46
  • Saatbettbereitung "betriebsüblich" (1):
    • 1 x Scheibenegge (5 cm tief)
    • 1 x Grubber (15 cm tief)
  • Saatbettbereitung "intensiv" (3):
    • 1 x Grubber (15 cm tief)
    • 2 x Scheibenegge (5 cm tief)

23.04.2020

  • Aussaat Mais

21.05.2020

  • Pflanzenschutz komplette Fläche
    Elumis Gold Pack (90 % abdriftmindernde Düsen)
Saatbettbereitung Mais betriebsüblich (09.06.2020)

Saatbettbereitung Mais betriebsüblich

Saatbettbereitung Mais intensiv (09.06.2020)

Saatbettbereitung Mais intensiv

Mais Direktsaat (27.05.2020)

Mais Direktsaat

Mais Direktsaat (09.06.2020)

Mais Direktsaat

28.08.2020

  • Der Mais hat nun die Fahne geschoben und volle Kolben in jeder Parzelle ausgebildet.
    • Von außen betrachtet sind wenige Unterschiede zu erkennen, jedoch besitzt die Variante "Betriebsüblich (1)" die größte Kolbenfüllung. Reste der abgefrorenen Zwischenfrucht sind nur noch wenige erkennbar.
    • Die Variante "Direktsaat (2)" hatte aufgrund des hohen Beikrautbesatzes eine langsame Jugendentwicklung, konnte dies aber aufholen und bietet mit einer guten Mulchauflage den besten Erosionsschutz.
    • Variante "Saatbettbereitung intensiv (3)" hat sich ebenfalls gut entwickelt, allerdings sind hier keinerlei Reste der Zwischenfrucht mehr zu erkennen. Durch die intensivere Bodenbearbeitung sind die positiven Effekte der Zwischenfrucht hinsichtlich Bodenerosion mittlerweile verpufft, eine leiche Verschlämmung des Boden vorhanden.

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